Johann Friedrich
Butenschoen

Johann Friedrich Butenschoen gehört zu den prägenden Wortführern des Protestantismus in der Pfalz. Er wurde am 14. Juni 1764 in Bramstedt/Holstein geboren und studierte in Jena, Kiel und Heidelberg Philologie, Geschichte und Philosophie. Auf einer Reise nach Speyer hörte er zum ersten Mal die „Marseillaise“. Wenig später kämpfte der Jakobiner Butenschoen in Straßburg als Journalist und Soldat für die Revolution, deren Ideen der „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ er zeitlebens treu blieb. Zur Wehr setzte er sich jedoch stets gegen die antichristlichen Parolen, denn für ihn war die Bergpredigt Jesu eine Anleitung zu vernünftigen und gerechtem Handeln.

Nach Stationen in Colmar, Mainz und für kurze Zeit in Worms wurde Butenschoen 1816 Schulrat in Speyer. Er organisierte den Neuaufbau des Schulwesens in der Pfalz und gehörte als weltlicher Konsistorialrat dem Konsistorium für die reformierten und lutherischen Kirchengebiete im bayrischen Rheinkreis an.

Die Vereinigte protestantisch-evangelisch-christliche Kirche der Pfalz, zu der sich 1818 die Reformierten und Lutheraner zusammenschlossen, wurde von Butenschoen entscheidend geprägt. Die Vereinigungsurkunde und der erste Katechismus der pfälzischen Unionskirche atmen rationalistischen und aufgeklärten Geist. So schrieb Butenschoen in die Präambel der Vereinigungsurkunde, dass es zum Wesen des Protestantismus gehöre, „immerfort auf der Bahn wohlgeprüfter Wahrheit und ächtreligiöser Aufklärung mit ungestörter Glaubensfreiheit mutig voranzuschreiten“. Johann Friedrich Butenschoen starb 1842 in Speyer.

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